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Elektromagnetische Strahlung durch Photovoltaik-Anlagen?

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Inzwischen sind so manche verunsichert, weil die Photovoltaik (PV) - Anlage auf dem Dach vielleicht nicht nur Vorteile bringt, sondern weil möglicherweise mit gesundheitlichen Risiken durch die von der Anlage ausgehenden elektromagnetischen Felder zu rechnen ist.  In den vergangen Jahren haben sich viele Bundesbürgerinnen und Bundesbürger für den Kauf einer PV-Anlage  auf Ihrem Eigenheim entschieden. Unser Experte Dr. Klaus Trost kann die Besitzer einer PV-Anlage beruhigen und gibt Auskunft über die mögliche elektromagnetische Strahlung und wie man sich davor schützen kann.

PV-Anlagen erzeugen im Betrieb sowohl statische als auch wechselnde elektrische und magnetische Felder. Die Stärke der Felder hängt ab von der Konstruktion des Wechselrichters, von der Leistung der Anlage und davon, in welchem Maße die Module in Reihe oder parallel verschaltet sind.

Wegen der Gleichstromerzeugung in den PV-Zellen handelt es sich bei den Feldern hauptsächlich um statische Felder, die gesundheitlich weniger bedenklich sind. Statischen elektrischen und magnetischen Feldern sind wir von Natur aus permanent ausgesetzt. Das statische elektrische Feld über dem Erdboden im Freien kann bei gutem Wetter einen Wert von 150 Volt pro Meter erreichen, das natürliche Magnetfeld der Erde hat eine Induktion um 40.000 Nanotesla.

Elektrische Felder dringen kaum in Gebäude ein

Elektrische Felder dringen kaum in Gebäude ein und lassen sich zudem sehr leicht abschirmen. Magnetfelder dagegen durchdringen Gebäudehüllen ungeschwächt und sind kaum abschirmbar. Das von der PV-Anlage erzeugte elektrische Feld kann also innerhalb des Hauses vernachlässigt werden.

Biologisch wesentlich wirksamer als statische Felder sind Wechselfelder. Diese entstehen in PV-Anlagen zusätzlich zu den statischen Feldern durch Rückwirkungen aus dem Netz und durch Überlagerung des im PV-Stromkreis fließenden Gleichstroms mit Wechselstromanteilen. Wie groß der Wechselfeldanteil im PV-Stromkreis ist, hängt wesentlich von den elektrischen Eigenschaften des Wechselrichters ab.

Schaffen Sie sich einen Trafo an

Für eine möglichst geringe Erzeugung von Elektrosmog durch eine PV-Anlage sollte der Wechselrichter einen Trafo besitzen, um Netzrückwirkungen auf die Module zu verhindern (galvanische Trennung). Leider werden Wechselrichter mit Trafo wegen der höheren Kosten und des etwas schlechteren Wirkungsgrades nur selten eingebaut. Wie stark der in den Strangleitungen der PV-Anlage fließende Gleichstrom mit Wechselstromanteilen überlagert wird, hängt ebenfalls von den Eigenschaften des Wechselrichters ab.

Halten Sie sich auf Dauer mindestens 1 m von der PV-Anlage direkt entfernt
Messungen an PV-Anlagen haben ergeben, dass der magnetische Wechselfeldanteil in 1 m Abstand bereits unter internationale Vorsorgewerte (unter 200 Nanotesla) gesunken ist. Elektromagnetische Immissionen, die bei Dauerexposition eventuell zu erhöhten gesundheitlichen Risiken führen können, wären also nur zu erwarten, wenn sich unmittelbar hinter bzw. unter den Modulen Betten oder andere Daueraufenthaltsbereiche befinden.

Betten und andere Daueraufenthaltsbereiche sollten zu allen stromführenden Teilen der Anlage und ganz besonders zum Wechselrichter einen Abstand von mindestens 1 m einhalten. Die Kabel der Strangleitung zwischen den Modulen und dem Wechselrichter sollten zur Schwächung der Magnetfelder miteinander verdrillt werden. Weitere Vorsorgemaßnahmen erscheinen mir nicht erforderlich oder sinnvoll.

Was sagt der Experte?

14Klaus qu bl DSC 0875neu"Spezielle Erkenntnisse oder Studien über gesundheitliche Risiken durch Elektrosmog von Photovoltaikanlagen sind mir nicht bekannt. Ich erwarte auch keine besonderen Risiken, da nachts, wenn die Empfindlichkeit gegenüber elektromagnetischen Feldimmissionen am größten ist, die Sonne nicht scheint, folglich auch kein Strom in den PV-Modulen fließt und keine Magnetfelder erzeugt werden. Elektrische Felder entstehen nachts nur dann, wenn der Wechselrichter die Module galvanisch nicht vom Stromnetz trennt. Elektrische Felder werden aber wie schon gesagt durch den Dachaufbau gut abgeschirmt und dringen nicht ins Haus ein."

Seit mehr als 15 Jahren arbeitet Dr. Klaus Trost als Elektrosmog-Experte beim Wissenschaftsladen Bonn und hat bereits mehr als 400 Messungen durchgeführt. Sein Ziel: Mit Beratungsgesprächen, Messungen, Vorträgen und Publikationen  einerseits für das Thema Elektrosmog und seine potenziellen Risiken zu sensibilisieren, andererseits unbegründete Sorgen zu nehmen.

Tel. (02 28) 201 61-32
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Mess- und Beratungsstelle des Wissenschaftsladen Bonn e.V.