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Warum sind Produkte aus dem biologischen Landbau empfehlenswert?

Im ökologischen Landbau werden durch geschlossene Betriebskreisläufe nicht nur Ressourcen wie Boden, Wasser und Luft geschont, sondern auch die Gesundheit von Pflanze, Tier und Mensch gefördert.

Beim biologischen Ackerbau sorgen eine vielseitige Fruchtfolge schonende Bodenbearbeitung und natürliche Düngung für einen gesunden Boden und gesunde Pflanzen.

  • Der Einsatz von  gesundheitsschädigenden chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln (Pestiziden) ist verboten. Vielmehr genießt der vorbeugende Pflanzenschutz oberste Priorität. Durch die Auswahl robuster Sorten, durch Fruchtfolgen (wechselnde und sich ergänzende Kulturen, durch ein harmonisches Verhältnis von Nützlingen und Schädlingen sowie von Kulturpflanze und Beikraut gedeihen gesunde und rückstandsfreie Pflanzen.
  • Auf mineralische Düngung wird verzichtet. Stattdessen werden Kompost, Stallmist, Mischsaaten und Gründüngung eingesetzt. Der Boden bleibt so nachhaltig fruchtbar und die Kulturpflanzen bringen einen guten Ertrag.  Durch diese angemessene Nährstoffzufuhr enthält Biogemüse weniger Nitrat und Wasser, dafür aber oft mehr Inhaltsstoffe wie Vitamine.
  • Im Biolandbau stehen „Gesundheit, Vitalität und Widerstandskraft der Tiere als gleichrangige Ziele neben der Leistungsfähigkeit“. Tiere werden auf Biobetrieben als Mitgeschöpfe betrachtet und entsprechend gehalten und gefüttert.
  • Den Tieren, meist auch hier robuste Rassen, wird ein artgerechtes Verhalten (Bewegung, Ruhe-, Nahrungsaufnahme und Fortpflanzung) ermöglicht. Sie haben ganzjährig Auslauf und damit Zugang zu frischer Luft, zu frischem Wasser, zu Wind, Schatten, Licht und stärken so auf natürliche Weise ihr Immunsystem.
  • Der Einsatz von Hormonen und Antibiotika zur Leistungssteigerung und Krankheitsprophylaxe ist nicht erlaubt. Der häufige Einsatz von Antibiotika kann zu Resistenzen und damit zur Unwirksamkeit des Medikamentes (auch beim Menschen) führen. Sind die Tiere erkrankt, werden sie vorzugsweise mit homöopathischen Mitteln behandelt.
  • Gefüttert werden die Tiere mit einem möglichst hohen Anteil an hofeigenem Futter. Sie erhalten ausgewogenes, gehaltvolles Futter und wenig Kraftnahrung. Langsames Wachstum führt zu besserer Fleisch- und Milchqualität. Gentechnisch verändertes Futter ist verboten.
  • Die Tiere werden vor der Schlachtung möglichst kurz transportiert. So kann Ihnen viel Stress erspart werden. Auch das ist wesentlich für die Fleischqualität. Das Fleisch gestresster Tiere ist blass, weich und wässrig, schmeckt also fade und schrumpft in der Pfanne. Qualitativ gutes Fleisch ist dunkel, fest und trocken, daher besser zu verarbeiten und sehr schmackhaft.

Auch die Verarbeitung von Bio-Lebensmitteln unterliegt strengen Regeln. Die Lebensmittel sollen so naturbelassen wie möglich sein und schonend verarbeitet werden.

  • Auf Schönungsmittel wie Nitritpökelsalz zum Rotfärben von Wurst, Konservierungsmittel, Geschmacksverstärker, künstliche Farbstoffe, naturidentische Aromen, gentechnisch veränderte oder bestrahlte Zutaten muss verzichtet werden. Bei Bio-Lebensmitteln im Vergleich zu Konventionellen sind nur ein Zehntel der Zusatzstoffe und Verarbeitungshilfsstoffe erlaubt.
  • Ökologisch arbeitende Bäcker und Metzger verwenden keine industrielle, einheitlich schmeckende Fertigmischungen.
  • Bei Bio-Lebensmitteln besteht eine Volldeklarationspflicht. Gerade für Allergiker ist es wichtig, genau zu wissen, welche Zutaten verarbeitet worden sind.

Der Preis muss kein Argument sein!

Haushalte, die hauptsächlich Bio-Produkte einkaufen, geben statistisch nicht wesentlich mehr Geld für die Ernährung aus, da sie bewusster kaufen. Sie entscheiden sich oft für weniger verarbeitete, d.h. günstigere Produkte, kaufen ausgesuchte Mengen und haben so meist weniger Verderb. Sie konsumieren in der Regel etwas weniger Fleisch und Genussmittel.

Von Andrea Muno-Lindenau