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Kleines Plädoyer für eine Knolle

Eine wertvolle Frucht ist in Vergessenheit geraten. War die Kartoffel noch vor einigen Jahren Hauptbestandteil unserer Ernährung, entspricht sie heute oft nicht mehr den Anforderungen unserer Verzehrsgewohnheiten. Wenn es schnell gehen soll, greifen wir zu Nudeln, Reis oder gar zu Fertigprodukten.

Schade, denn das ursprünglich aus Lateinamerika stammende Nachtschattengewächs versorgt uns vorbildlich mit Ballaststoffen, Vitaminen, Mineralien und hochwertigem Protein, enthält aber fast kein Fett. Mit diesem Profil könnte es auf den ersten Plätzen der gesunden, fettarmen und wohlschmeckenden Lebensmittel rangieren. Leider eilt der Knolle der Ruf voraus, beim Kochen viel Arbeit zu bereiten. Stimmt nicht! Mittlerweile sind die meisten Kartoffeln gewaschen im Handel, so dass sie problemlos mit Schale zubereitet werden können.

Kochen Sie am Sonntag Abend einen großen Topf Pellkartoffeln. Ein Drittel verzehren Sie direkt mit Butter, am nächsten Tag geben Sie eine Portion in die Suppe, in den Eintopf oder in den Kartoffelsalat, der Rest wird am dritten Tag zu Bratkartoffeln verarbeitet. Oder garen Sie die halbierten Früchte mit etwas Öl auf dem Blech oder bereiten Sie einen Kartoffelbrei oder oder oder. Wenn Sie doch Zeit haben, erinnern Sie sich an Kartoffelklöße oder Bechamelkartoffeln. Die ersten Frühkartoffeln gibt es bereits im März von Übersee, im Mai aus dem europäischen Ausland und im Juni  aus einheimischen Gefilden – passend zur Spargelsaison, wer sollte da widerstehen?

Von Andrea Muno-Lindenau