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Ist „Bio“ drin, wenn „Bio“ drauf steht?

Waren Sie auch schon einkaufen, gewillt, nun endlich Ihren guten Vorsätzen zu folgen und Bio-Produkte zu kaufen? Sind Sie auch schon unverrichteter Dinge nach Hause gegangen, weil Sie nicht genau erkennen konnten, wo wirklich „Bio“ drin ist?

Seit der EU-Öko-Verordnung von 1993 können Kunden sicher sein, dass die Auslobungen „Bio“,  „Öko“ oder „k.b.A.“ („kontrolliert biologischer Anbau“) halten, was sie versprechen. Diese Produkte müssen den Mindeststandard einer ökologischen Erzeugung EU-weit einhalten. Der Mindeststandard ist gesetzlich geregelt und wird von staatlich anerkannten Kontrollstellen überprüft. Nur Betriebe, die ihre Produkte in entsprechender Qualität erzeugt oder weiterverarbeitet haben, erhalten eine Code-Nummer, die immer folgende Bestandteile enthält:  DE-00X-Öko-Kontrollstelle.

Strengere Vorgaben

Darüber hinaus gibt es deutsche Anbauverbände, die noch höhere Ansprüche an die Erzeugung landwirtschaftlicher Produkte stellen. So gelten striktere Regeln in der Tierhaltung und Fütterung, in der Pflanzendüngung und in der Verarbeitung der Produkte. Hier sind beispielsweise weitaus weniger Zusatzstoffe in den Lebensmitteln erlaubt. Teilumstellungen von einzelnen Flächen oder Betriebszweigen sind verboten.
Die einzelnen Verbände regeln ihre Anforderungen in Richtlinien, deren Einhaltung wiederum von staatlich anerkannten Kontrollstellen überprüft wird. Landwirtschaftliche Betriebe, Verarbeitungsbetriebe wie Mühlen und Handelsunternehmen wie Bäckereien erhalten das Gütesiegel und die Code-Nummer nur, wenn erforderliche Nachweise lückenlos erbracht sind. Die größten Verbände, die auch eigene Logos haben, sind „Bioland“ und „Demeter“, es folgen u.a. „Naturland“, „Anog“, „Biokreis“ und „ECO VIN“.

Wo man was kaufen kann

Werden Bioprodukte nach der EU-Bioverordnung mittlerweile in vielen Supermärkten angeboten, finden Sie Ökoprodukte deutscher Anbauverbände hauptsächlich in Naturkostläden.
Der Lebensmittelhandel führt auch eigene Bio-Handelsmarken. Unter diesen Labels können alle Bioprodukte vermarktet werden, die mindestens dem EU-Standard entsprechen,  sie können also auch von deutschen Anbauverbänden stammen. Für den Verbraucher ist entscheidend, dass auch diese Produkte staatlich kontrolliert sind und o.g. Code-Nummer haben.

Alle anderen Begriffe wie integrierter, kontrollierter oder naturnaher Anbau, Boden-, Freiland- oder artgerechte Haltung , mit denen die gesunde Kauflust gesteigert werden soll, haben mit Bioprodukten nichts zu tun.

Von Andrea Muno-Lindenau (www.feelgood-management.net)