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Amprion soll Belastungen für Gesundheit und Landschaft gering halten

Gemeinsame Pressemitteilung des Wissenschaftsladen Bonn und der Gemeinde Alfter.

Bis zum Jahr 2014 sollen die Hochspannungsleitungen, die u.a. durch die Gemeinde Alfter führen, ausgebaut werden. Dabei wird die Zahl der Masten zwar verringert, die neuen Masten sollen aber mehr als 20 m höher sein als die alten. Wegen der größeren Leistungsfähigkeit der neuen Leitung ist mit stärkeren elektromagnetischen Feldimmissionen zu rechnen.

dienst esmog hochsp haus grBürgermeister Dr. Rolf Schumacher und die Fraktions­vorsitzenden von Grünen, CDU, SPD, FDP und Freie Wähler im Gemeinderat wollen sich gemeinsam dafür einsetzen, dass die neuen Hochspannungsanlagen Anwohner und Landschaft möglichst wenig belasten. Deshalb berieten sie sich  mit Dr. Klaus Trost, Leiter der Mess- und Beratungsstelle Elektrosmog des Wissenschaftsladen Bonn, über mögliche Alternativen zu den derzeitigen Planungen der Firma Amprion, die den Ausbau der Leitungen verantwortet.

Im Ergebnis fordern der Bürgermeister und die am Beratungsgespräch beteiligten Fraktionsvorsitzenden die Firma Amprion und die Bezirksregierung auf, folgende Optionen zu prüfen:

    Es soll geprüft werden, ob die Leitungen zumindest im Bereich der nahe an die Trasse heranreichenden Wohnbebauung als Erdkabel verlegt werden können. Erdkabel belasten das Umfeld wesentlich weniger mit Magnetfeldern als herkömmliche Hochspannungsleitungen und beeinträchtigen weniger das Landschaftsbild. Magnetfelder können die Gesundheit von Menschen beeinträchtigen. Dabei sollte eine Kostenrechnung erstellt und explizit bei der Bundesnetzagentur angefragt werden, ob sie diese als umlagefähig anerkennt.

    Ersatzweise soll geprüft werden, ob anstelle der bisher geplanten Standardmasten  so genannte Ultra-Kompaktmasten eingesetzt werden können. Diese Masten werden seit einigen Jahren z.B. in der Schweiz verwendet, weil sie vergleichsweise kostengünstig sind, geringere Magnetfelder produzieren sowie niedriger und unauffälliger als herkömmliche Masten sind.

    Falls es gewichtige Gründe gegen Ultra-Kompaktmasten gibt, soll geprüft werden, ob ersatzweise die in Deutschland bereits z.B. in Landschaftsschutzgebieten eingesetzten kleineren und weniger auffälligen Kompaktmastkonstruktionen anstelle der bisher geplanten Standardmasten verwendet werden können. Auch  mit diesen Masten ausgerüstete Hochspannungsfreileitungen produzieren schwächere Magnetfelder.

    Falls Masten installiert werden, sollen diese und die Leiterseile mit einer so geanntenTarnfarbe beschichtet werden, wie dies z.B. in Österreich zum Schutz der Landschaft bei Leitungsneubauten üblich ist.

Ansprechpartner:   

Dr. Klaus Trost

Wissenschaftsladen Bonn

Tel.: (02 28) 201 61-32
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Dr. Rolf Schumacher
Bürgermeister der Gemeinde Alfter
Tel.: (02 28) 64 84-140
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