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Unsere Themen Weniger Kalorien mit Tomaten

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Tomaten stehen bei vielen Konsumenten hoch im Kurs. Doch nicht nur durch den Geschmack wissen Tomaten zu punkten: Sie enthalten wenige Kalorien und viele gesundheitsfördernde Stoffe, wie Vitamine (B1, B2 und C), Vitaminvorstufen, Mineralien und sekundäre Pflanzenstoffe. Ätherische Öle und organische Säuren sorgen für den typischen Geschmack. Würde man den täglichen Energiebedarf allein mit Tomaten decken wollen, müsste man 10 kg essen. Das sind umgerechnet ca. 200 mittelgroße Tomaten, die zusammen 50 Gramm organische Säuren enthalten, davon 44 Gramm Zitronensäure. Zum Glück ist dies nur ein Rechenexempel zur Veranschaulichung der geringen Energiedichte von Tomaten bzw. Gemüse allgemein, denn bei dieser Menge  streikt auch der beste Magen.

Neben dem Rohverzehr dienen die Früchte der Gewinnung von Tomatenmark, püreeartigem Saft und daraus hergestellten Produkten, wie Tomatenketchup, Soßen und Säften.

Name stammt aus Mexiko

Bereits die Indianer Mexikos und Perus kultivierten die roten aromatischen Beeren. Ihr mexikanischer Name „tumatle“ ist zur heutigen Bezeichnung geworden. Die Fruchtknoten der gelben Blüten gehen aus 2-4 miteinander verwachsenen Fruchtblättern hervor. Dabei einstehen zentral an den bis zur Mitte eingeschlagenen Fruchtblättern markreiche Placenten. Hieran sitzen zahlreiche Samen. Um die Samenschalen und die Placenta befindet sich eine saftigte Gallerte, die beim Schneiden oder Reinbeißen herausläuft. Das festere Perikarp verfärbt sich während der Reife von grün nach rot. Die Farbe entsteht durch Carotinoide, unter denen Lycopin (ca. 20 mg/kg) überwiegt.

Tomaten schützen vermutlich vor Krebs

Durch Züchtung versuchte man früher, den Vitamin-A-wirksamen Beta-Carotin- Gehalt auf Kosten des vitamin-unwirksamen Lycopins zu vergrößern. Heute interessiert man sich wieder mehr für Lycopin, sagt man doch dem sekundären Pflanzenstoff eine krebsschützende Wirkung nach. Lycopin ist mit Beta-Carotin verwandt, hat allerdings keine Vitamin-A-Wirkung. Dafür ist die Schutzwirkung gegen freie Radikale wesentlich ausgeprägter (etwa um das 10fache verglichen mit Beta-Carotin). Lycopin gehört zu den stärksten natürlichen Oxidationsschutzstoffen.

Amerikanische Wissenschaftler der Universität Ohio fanden kürzlich heraus, dass der gesundheitsfördernde Pflanzenstoff Lycopin nicht isoliert, sondern nur in Verbindung mit anderen Inhaltsstoffen aus der Tomate wirkt. Ratten, die im Tierversuch ganze Tomaten zu fressen bekamen, bildeten mehr Abwehrstoffe gegen Krebs als die Rattengruppe, die nur Lycopin als Nahrungsergänzungsmittel erhielt. So sind vermutlich weitere Inhaltsstoffe oder auch das Milieu der Tomate für die positive Wirkung verantwortlich.  Damit ist das Geheimnis um die gesundheitsfördernde Wirkung von Tomaten noch nicht ganz entschlüsselt. So ist und bleibt das beste Rezept, Obst  und Gemüse in natürlicher und wenig verarbeiteteter Form zu essen, wobei man auch noch industriell zugesetzte Stoffe vermeiden kann. Doch auch Tomaten sind nicht immer gesund - hier kommt es, wie so oft, auf die Details an: Im unreifen, grünen Zustand enthalten die Früchte das giftige Alkaloid Solanin. Während der Reifung wird die Substanz abgebaut.

Damals galten die etwas bitter schmeckenden Früchte als giftig und wurden deshalb nur zur Zierde gehalten. Heute ist die Tomate eine Weltwirtschaftspflanze. Sie steht an erster Stelle des Gemüseanbaus.
 

Kalorien und Inhaltsstoffe der Tomate/100g

 Energiegehalt            19 kcal
 Wasser                     94,2 g
 Eiweiß                        1,0 g
 Fett                            0,2 g
 Kohlenhydrate             3,0 g
 organische Säuren       0,5 g
 Ballaststoffe                1,8 g
 Mineralstoffe               0,6 g

Mineralstoffe

 Natrium             6 mg
 Kalium           295 mg
 Magnesium      20 mg
 Calcium           14 mg
 Mangan          140 µg
 Eisen             500 µg
 Kupfer             90 µg
 Zink              240 µg
 Phosphor        25 mg
 Chlorid           60 mg
 Fluorid            25 µg
 Jodid                2 µg
 Selen          1-10 µg

Vitamine

 Carotin              820 µg
 Vitamin E           800 µg
 Vitamin K              8 µg
 Vitamin B1           55 µg
 Vitamin B2           35 µg
 Nicotinamid        530 µg
 Pantothensäure  310 µg
 Vitamin B6         100 µg
 Biotin                    4 µg
 Folsäure              40 µg
 Vitamin C            25 µg

Quelle: Der kleine Souci-Fachmann-Kraut, Lebensmitteltabelle für die Praxis, Hrsg. Deutsche  Forschungsanstalt für Lebensmittelchemie, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart, 1991

Von Dr. Cornelia Voß