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Schadstoffe in Kinderspielzeug

Diashow Spielzeug

Spielen und basteln – aber gesund!

Kann man erkennen, ob Spielzeug für Kinder krebserregende Weichmacher enthält? Ist der Preis ein Indikator für gesunde oder ungesunde Spielwaren oder Bastelmaterialien? Ist Holzspielzeug immer unkritisch? Und welches der zahlreichen Label bürgt tatsächlich dafür, dass mögliche Gesundheitsfolgen für Kinder berücksichtigt werden?
 
In der 12-seitigen Broschüre (DIN A4) „Spielen und basteln – aber gesund!“ erläutert Antje Lembach, Expertin für schadstofffreies Spielzeug im Wissenschaftsladen Bonn, welches Spielzeug bzw. welches Bastelmaterial für die Gesundheit von Kindern ungefährlich ist, welches dagegen belastet und dadurch belastend sein kann. Dabei gibt die Biologin Pädagogen und Eltern konkrete Hilfestellung für Auswahl und Einkauf von Kinderspielzeug.

 „Spielen und basteln – aber gesund!“
12. S., DIN A4, Mai 2012

Kostenloser Download der Broschüre

Ansprechpartnerin:

Antje Lembach
Tel. (02 28) 201 61-30
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!



Gesundheitliche Auswirkungen von Schadstoffen in Spielzeug

Bild5 Plüschtier

Bisphenol A

Bisphenol A ist eine hormonell wirkende Substanz und wirkt erbgutschädigend. Seit 1. Juni 2011 ist es in Trinkflaschen für Babys verboten. Vorkommen: Kunststoffprodukte aus Polycarbonat, z.B. Babyflaschen.

Flüchtige organische Verbindungen (VOC)

VOC bzw. Lösemittel werden über die Atemluft aufgenommen. Sie können Symptome wie Kopfschmerzen, Übelkeit, Müdigkeit, Augen- und Schleimhautreizungen auslösen. Sie haben narkotische Wirkung und können das Zentralnervensystem, Leber und Nieren schädigen. Einige Substanzen, wie Benzol oder Trichlorethylen, sind krebserzeugend.
Vorkommen: Kunststoffspielzeug (v.a. aus PVC), Lack von Holzspielzeug, Spielzelte, Karnevalsmasken, Klebstoffe.

Formaldehyd

Formaldehyd wirkt reizend auf Haut und Schleimhäute und kann Allergien auslösen. Einatmen kann zu Kopfschmerzen und Konzentrationsstörungen führen. Seit 2004 als krebserzeugend eingestuft.
Richtwert für Innenräume: 0,12 mg/m³ (0,1ppm). Empfindliche Personen können jedoch schon bei wesentlich geringeren Konzentrationen Beschwerden bekommen. Die WHO empfiehlt einen Vorsorgewert von 0,05 ppm.
Vorkommen: Holzpuzzles und anderes Spielzeug aus Holzwerkstoffen, Fingerfarben.

Nickel

Nickel kann Kontaktallergien der Haut auslösen.
Vorkommen: Metallteile an Spielzeug, beispielsweise Räder von Fahrzeugen.

Nitrosamine

Nitrosamine haben beim Menschen eindeutig krebserzeugende Wirkung. Besonders gefährdete Organe sind Leber, Speiseröhre, Magen, Nieren und Harnblase. Darüber hinaus schädigen sie auch das Erbgut.
Vorkommen: Luftballons.

Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK)

PAK gelangen über Weichmacheröle und Rußpigmente in Farben ins Spielzeug. Einige PAK sind krebserzeugend, wie zum Beispiel Benz(a)pyren. 
Vorkommen: Kunststoffspielzeug, Reifen und Griffe von Lauf- und Fahrrädern, Lack bei Holzspielzeug, Karnevalsmasken, Wachsmalstifte.

Phthalate

Als Weichmacher für PVC-Produkte wurden bis vor wenigen Jahren fast ausschließlich Phthalate verwendet. Einige Substanzen dieser Stoffgruppe haben hormonelle und fruchtschädigende Wirkung. Sie greifen in den Hormonhaushalt des Menschen ein, führen zu verminderter Fruchtbarkeit bzw. Unfruchtbarkeit und zu Entwicklungsstörungen an den männlichen Geschlechtsorganen. Seit Januar 2007 sind drei als fortpflanzungsgefährdend eingestufte Phthalate (DEHP, DBP, BBP) in Spielzeug generell verboten, drei weitere Phthalate (DINP, DIDP, DNOP) sind in Spielzeug verboten, das in den Mund genommen werden kann. Es gilt ein Grenzwert von 0,1 Prozent im Produkt. 
Vorkommen: Weichspielzeug aus PVC (Puppen, Kunststofftiere, Bälle etc.), Lack von Holzspielzeug und Buntstiften, Karnevalsmasken.

Schwermetalle

Blei wirkt giftig auf das Nervensystem und kann das Gehirn von Kleinkindern schädigen. Eine hohe Bleibelastung führt bei Kindern zu Lernschwierigkeiten, Entwicklungsstörungen und Verhaltensauffälligkeiten. Da Blei im Gehirn gespeichert wird, ist es besonders für Kinder gefährlich, weil sich deren Gehirne noch entwickeln. Cadmium greift die Knochen an, schädigt das Nervensystem und steht unter Krebsverdacht. Es kann bei Schwangeren zu Fehlgeburten oder zu Missbildungen des Kindes führen.
Vorkommen: Lack von Holzspielzeug, Kunststoffspielzeug.

Gütesiegel - Nicht jedes Zeichen steht für Qualität.

Bild9 Farben

CE-Zeichen

Mit dem CE-Zeichen bestätigt der Hersteller oder Importeur, dass das Spiel zeug den Anforderungen der EU-Spielzeugrichtlinie entspricht. Das Zeichen ist verpflichtend für jedes Spielzeug, das in der EU vertrieben wird. Die Kennzeichnung muss auf dem Spielzeug oder der Verpackung sichtbar angebracht werden. Das Problem: Das CE-Zeichen wird vom Hersteller selber angebracht, es gibt aber keine unabhängige Überprüfung. Es ist daher kein Qualitätszeichen.

GS-geprüfte Sicherheit

Das GS-Zeichen steht für „Geprüfte Sicherheit“ und bescheinigt, dass das Spielzeug von einem staatlich zugelassenen Institut auf seine Sicherheit überprüft wurde. Das GS-Zeichen bedeutet, dass die Sicherheits- und Gesundheitsstandards des deutschen Geräte- und Produktsicherheitsgesetzes erfüllt werden. Das GS-Zeichen bietet mehr Sicherheit als das CE-Zeichen, da eine Überprüfung durch eine unabhängige Stelle stattfindet. Die Anforderungen gehen zum Teil über die Bestimmungen der Spielzeugrichtlinie hinaus. So fordert das GS-Zeichen einen PAK-Wert, der um den Faktor 100 strenger ist als der Grenzwert der Richtlinie. Das GS-Zeichen sollte zusammen mit der Prüfinstitution aufgedruckt sein, da es sonst auch gefälscht sein kann.

spiel gut

Das Zeichen „spiel gut“ wird vom „Arbeitsausschuß Kinderspiel + Spielzeug e. V.“ vergeben, der sich aus Fachleuten verschiedener Bereiche (u. a. Pädagogen, Chemiker, Eltern) zusammensetzt.
Die Kriterien für die Bewertung sind: Spielwert, Material, Verarbeitung, Konstruktion, Sicherheit, Umweltverträglichkeit, Gestaltung, Größe, Menge, Verpackung sowie die Qualität der Anleitung. Bei Verdacht auf Schadstoffe im Material wird das Spielzeug in einem Labor untersucht.
Seit Oktober 2005 wird Spielzeug aus PVC grundsätzlich nicht mehr mit dem „spiel gut“-Zeichen ausgezeichnet.
Informationen: www.spielgut.de

TÜV Proof

Damit garantiert TÜV Rheinland die Einhaltung der gesetzlichen Normen. Zusätzlich werden umfangreiche Schadstoffprüfungen je nach Spielzeugart durchgeführt. Die Prüfungen umfassen sowohl chemische als auch physikalisch-mechanische Untersuchungen. Das Prüfzeichen wird durch jährliche Nachprüfungen überwacht.
Informationen: www.tuv.com

LGA tested Quality

Mit „LGA tested Quality“-Zeichen werden qualitativ höherwertige Produkte ausgezeichnet, die ihrem Verwendungszweck wirklich entsprechen. Dabei werden unter anderem die Gebrauchsanweisung, Gebrauchseigenschaften und Sicherheit im Hinblick auf die umfassende und dauerhafte Qualität des Produktes geprüft. Informationen: www.tuv.com

Öko-Tex Standard 100

Prüf- und Zertifizierungssystem für Textilien. Mit dem Label „Textiles Vertrauen — Schadstoffgeprüfte Textilien nach Öko-Tex Standard 100“ können auch Spielzeuge aus textilem Material, wie z. B. Stofftiere, ausgezeichnet sein. Textilien mit dieser Kennzeichnung dürfen u. a. keine krebserzeugenden oder Allergie auslösenden Farbstoffe oder Flammschutzmittel enthalten. Der Öko-Tex Standard verlangt außerdem die Einhaltung von Grenzwerten u. a. für Formaldehyd, Schwermetalle, Pestizide, Phthalate, zinnorganische Verbindungen und die Emission leicht flüchtiger Substanzen.
Informationen: www.oeko-tex.de

Tipps zum Spielzeugkauf

Bild10 Bastelmaterial

1 - Der Preis als Indikator: Geiz ist nicht geil, sondern ungesund

Teureres Qualitätsspielzeug ist wesentlich seltener mit Schadstoffen belastet. Spielzeug aus Billigläden dagegen enthält häufig Weichmacher (Phthalate) oder andere Schadstoffe, die in der EU längst verboten sind. Überdies kommen Billigspielzeuge häufig aus Asien und werden dort unter extrem gesundheitsschädlichen Arbeitsbedingungen hergestellt.

2 - Kunststoffspielzeug möglichst nicht aus PVC

Kaufen Sie Kunststoffspielzeug möglichst nicht aus PVC. Achten Sie auf eine entsprechende Kennzeichnung auf dem Kinderspielzeug oder fragen Sie nach. Wenn es keine PVC-freien Alternativen gibt (z.B. bei Kunststoffpuppen), achten Sie auf einen Hinweis, dass es frei von Phthalaten ist. Eine Kennzeichnungspflicht und eine einheitliche Kennzeichnung gibt es dafür leider nicht.

3 - Lackiertes Holzspielzeug sollte speichelfest sein

Kaufen Sie Holzspielzeug für Kinder möglichst aus unlackiertem, gewachstem Vollholz. Bei lackiertem Holz sollten die Lacke speichel- und schweißecht sein. Lacke können insbesondere bei billigem Spielzeug PAK, Schwermetalle oder Lösemittel enthalten. Holzpuzzles aus Sperrholz dünsten oft erhöhte Mengen Formaldehyd aus.

4 - Nicht jedes Label steht tatsächlich für Qualität

Kaufen Sie möglichst Spielzeug, das das GS-Zeichen, das TÜV Proof-Zeichen oder das LGA-Qualitätszertifikat trägt. Diese Zeichen gewährleisten, dass das Spielzeug von einer unabhängigen Prüfstelle kontrolliert wurde. Kein Verlass ist dagegen auf das CE-Zeichen, das jedes Kinderspielzeug trägt, das in der EU verkauft wird: Der Hersteller bringt die Kennzeichnung selber an und wird dabei nicht von einer unabhängigen Stelle überprüft.

5 - Eigene Kennzeichnung für Plüschtiere und Stoffpuppen für Kinder

Textiles Spielzeug (z.B. Stoffpuppen, Plüschtiere) sollte möglichst schadstoffgeprüft nach Öko-Tex Standard 100 sein. Selbst dieses sollten Sie in jedem Fall vor dem ersten Gebrauch waschen, damit eventuell noch vorhandene Schadstoffe ausgewaschen werden.

6 - Der Geruchstest trügt nicht

Machen Sie den Geruchstest: Spielzeug für Kinder, das nach Chemie riecht, sollte im Geschäft bleiben. Das deutet auf die Ausdünstung von Lösemitteln hin, die die Gesundheit gefährden. Weisen Sie das Verkaufspersonal darauf hin.

 
Mehr Informationen erhalten Sie in unserer Broschüre „Spielen und basteln – aber gesund!“
12. S., DIN A4, Mai 2012, 3 Euro plus 1 Euro Versand

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Antje Lembach
Tel. (02 28) 201 61-30
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