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Publikationen

Unternehmensmitbestimmung in Genossenschaften

Seit dem Ausbruch der Wirtschafts- und Finanzkrise wird in den kritischen Sozialwissenschaften eine Debatte über Organisationen und Geschäftsmodelle jenseits der Shareholder-Value Philosophie geführt. Genossenschaften stehen dabei für ein mehr an Wirtschaftsdemokratie und stellen zumindest idealtypisch ein Gegenmodell zu kapitalistische organisierten Unternehmen dar. Zentral ist die Frage, wie es um Demokratie und Solidarität in Genossenschaften bestellt ist und welche Rolle die Mitbestimmung in einer Organisationsform spielt, der schon aufgrund ihrer genossenschaftlichen Prinzipien eine demokratische Ausrichtung zugesprochen wird.

Klemisch, Herbert /Boddenberg, Moritz: Unternehmensmitbestimmung in Genossenschaften. MB Study Nr 414 (2019).

Boddenberg, Moritz /Klemisch, Herbert (2018); Unternehmensmitbestimmung in Genossenschaften. Zwischen Postdemokratie und Solidarität, WSI-Mitteilungen 4/2018 S.288-298.

Unternehmensnachfolge durch Genossenschaften

Von 2018 bis 2022 steht nach Schätzungen des Instituts für Mittelstandsforschung (IFM) bei etwa 150.000 Unternehmen in Deutschland eine Unternehmensnachfolge an. Die Gestaltung der Übergänge hat also eine hohe Relevanz für den Arbeitsmarkt. Aber nur in der Hälfte der der Fälle wurde bisher eine familieninterne Lösung gefunden. Bei den restlichen Fällen sind alternative Wege gefragt. Eine bisher unterschätzte Möglichkeit ist die Beteiligung der Beschäftigten. Hier stellt die insolvenzsichere Form der Genossenschaft eine erfolgversprechende Lösung dar.

Herbert Klemisch, Unternehmensnachfolge durch Genossenschaften (2018) WISO Direkt 16/2018, Friedrich Ebert Stiftung.

Produktivgenossenschaften und selbstverwaltete Unternehmen

Der von Herbert Klemisch (Wissenschaftsladen Bonn) mit Walter Vogt (IG Metall) und Richard Reichel (Forschungsinstitut für Genossenschaftswesen Nürnberg) verfasste Beitrag beschäftigt sich mit der Rolle von Produktivgenossenschaften bei Unternehmenskrisen und Unternehmensnachfolgen. Der Artikel gibt zunächst einen Überblick über theoretische und empirische Literatur und konfrontiert dies mit den bisherigen praktischen Erfahrungen in Deutschland. Auf dieser Basis wird herausgearbeitet, wann und wie Produktivgenossenschaften als selbstverwaltete Unternehmen einen Beitrag zur Stabilisierung kleiner und mittlerer Unternehmen und zum Erhalt von Arbeitsplätzen leisten können.

Klemisch, Herbert / Reichel, Richard / Vogt, Walter / Voigt, Kai-Ingo (2014): Produktivgenossenschaften und selbstverwaltete Unternehmen – eine Alternative bei Unternehmenskrisen und Unternehmensnachfolgen.In: ZfgG Sonderheft 2014, S. 1 – 20.

Bürgerbeteiligung und Energiegenossenschaften

Die derzeitige Krise der Demokratie erfordert neue Formen gesellschaftlicher Beteiligung in unterschiedlichen sozialen Feldern. In ihrer dezentralen Ausrichtung bietet die Energiewende dazu eine besondere Chance. So sind explizit zivilgesellschaftliche Akteure dazu aufgerufen, sich an der Neugestaltung der Energieversorgung zu beteiligen. Gelingen kann dies etwa durch die Mitgliedschaft in Energiegenossenschaften, die in Deutschland in den letzten Jahren zahlreich entstanden sind. Mit Energiegenossenschaften ist die Hoffnung verbunden, das demokratische Bewusstsein ihrer Mitglieder zu stärken und neue Formen der Gemeinschaftsbildung zu erproben. Die genossenschaftlichen Prinzipien von Demokratie und Solidarität erscheinen dabei als Korrektiv zu Prozessen der Postdemokratiesierung, wie wir sie derzeit sowohl auf der Makro- als auch auf der Mesoebene kapitalistischer Gesellschaften beobachten können.

Bürgerbeteiligung in Zeiten der Postdemokratie – Das Beispiel der Energiegenossenschaften, Buchbeitrag Boddenberg, Moritz/ Klemisch, Herbert (2018) in: Radtke, Jörg /Kersting, Norbert (Hg.) Energiewende – Politikwissenschaftliche Perspektiven, Springer VS , S.269-288.

Perspektiven für Energiegenossenschaften 2.0

Mehr als die Hälfte der in den letzten fünf Jahren gegründeten Genossenschaften sind Betreiber von Photovoltaikanlagen, Nahwärmenetzen oder Bioenergiedörfern. In seinem Aufsatz beschreibt Herbert Klemisch, Genossenschaftsexperte des WILA Bonn, welche Rolle Energiegenossenschaften in der Energiewende vor Ort spielen und wie Energiegenossenschaften 2.0 aussehen könnten.

Klemisch, Herbert (2016): Nach der Euphorie ist vor der Energiegenossenschaft 2.0. In: AKP 3/2016.

Energiegenossenschaften und Bürgerbeteiligung

In einem gemeinsamen Beitrag mit Burghard Flieger und Jörg Radtke aus dem Forschungsnetzwerk Energiegenossenschaften beleuchtet Herbert Klemisch die Frage, welche Möglichkeiten der Beteiligung die Genossenschaften bieten. Er kommt zu dem Ergebnis, dass diese weit über das gesetzlich üblich Maß hinaus gehen. Dies gilt sowohl für die finanziellen Beteiligungsmöglichkeiten als auch für die reale Nutzung der Beteiligungsangebote an der Entscheidungsfindung.

Flieger, Burghard / Klemisch, Herbert / Radke, Jörg (2015): Bürgerbeteiligung in und durch Energiegenossenschaften. In: eNewsletter Netzwerk Bürgerbeteiligung vom 08.10.2015.

Kommunen und Energiegenossenschaften

Kommunen und Bürgerenergiegenossenschaften verfolgen gemeinsame Ziele: Eine dezentrale Energieversorgung mit Erneuerbaren Energien, die mehr Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen bringt, lokal einen Beitrag zum Klimaschutz leistet und zudem die Wertschöpfung in der Region hält. Was liegt also näher, als die Kooperation von „Kommunalenergie“ und „Bürgerenergie“? Deshalb hat das Landesnetzwerk Bürgerenergiegenossenschaften Rheinland Pfalz e.V. (LaNEG) die Broschüre „Gemeinsam stärker - Wie Kommunen und Bürgerenergiegenossenschaften gut zusammenarbeiten“ veröffentlicht. „Ziel der Veröffentlichung war es, gute Argumente für eine verstärkte Kooperation zwischen Kommunen und Energiegenossenschaften deutlich zu machen“, sagt der Verfasser Dr. Herbert Klemisch, Projektleiter und Genossenschaftsexperte im Wissenschaftsladen Bonn.

Landesnetzwerk Bürgerenergiegenossenschaften Rheinland Pfalz e.V. (Hrsg.) (2016): Gemeinsam stärker - Wie Kommunen und Bürgerenergiegenossenschaften gut zusammenarbeiten.

Sharing Economy und Prosuming

Sharing Economy und Prosuming gelten als soziale Innovationen, die durch das Social Web und das mobile Internet geprägt wurden. Sie wecken Hoffnungen auf einen nachhaltigen, sozialen und partizipativen Konsum. Allerdings gibt es auch Zweifel: Neben den Vorteilen für Verbraucherinnen und Verbraucher werden auch die Kommerzialisierung und das Entstehen eines disruptiven Plattform-Kapitalismus beobachtet. Im aktuellen Band der Schriftenreihe "Beiträge zur Verbraucherforschung" nähern sich renommierte WissenschaftlerInnen der Sharing Economy aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Moritz Boddeberg und Herbert Klemisch gehen in diesem Zusammenhang der Frage nach, wie genossenschaftliche Prosumermodelle zur Umsetzung der Energiewende beitragen können.

Klemisch, Herbert / Boddenberg, Moritz (2016): Genossenschaftliche Prosumermodelle. Potenziale für eine verbraucherfreundliche Gestaltung der Energiewende. In: Christian Bala / Wolfgang Schuldzinski (Hrsg.): Prosuming und Sharing - neuer sozialer Konsum. Beiträge zur Verbraucherforschung, Band 4, S. 163-172.

Klimaschutz im ländlichen Raum

Zwei Drittel der Fläche der Bundesrepublik Deutschland sind ländlicher Raum, aber nur ein Drittel der Bevölkerung lebt hier. Es gibt mehr Wiesen, Felder und Wälder als Wohnhäuser, Büros und Fabriken. In den Landkreisen und Gemeinden wird durch Bodenschutz und Flächenmanagement mit Fläche Klimapolitik gemacht. Der vermeintliche Bedarf an Verkehrs- und Siedlungsflächen steht dem Schutz von naturnahen und traditionell genutzten Flächen der Land- und Holzwirtschaft gegenüber. Der Beitrag gibt BürgerInnen und PolitikerInnen im ländlichen Raum Anregungen.

Klemisch, Herbert (2018): Mit viel Fläche Politik machen - Klimaschutz und Klima-Anpassung im ländlichen Raum 2018 in: Decken/ Herrmann (Hg.); Kommunale Klima Politik S.88-98.Klemisch, Herbert (2018): Mit viel Fläche Politik machen - Klimaschutz und Klima-Anpassung im ländlichen Raum 2018 in: Decken/ Herrmann (Hg.); Kommunale Klima Politik S.88-98.

Genossenschaftsmodelle und Dorfkümmerer – Lösungsansätze für den ländlichen Raum

Der ländliche Raum steht angesichts der demographischen Entwicklung vor großen Herausforderungen. Der Bevölkerungsrückgang führt in vielen Gebieten zu Engpässen in der Nahversorgung mit Gütern des täglichen Bedarfs, der ärztlichen und pflegerischen Versorgung und erfordert von den Menschen eine immer größere Mobilität. Andererseits ist die Initiierung und die Gründung einer Genossenschaft oder eines Vereines mit weniger Problemen behaftet, wenn sich die Dorfbewohner untereinander kennen und schätzen. Die Gründung von Dorfläden, Seniorengenossenschaften sowie Gemeinschaftansätzen zur Verbesserung der Mobilität stellen Lösungsansätze dar. Allerdings brauchen solche Projekte sogenannte Change Agents. Hilfreich wäre in diesem Sinne die Wiederbelebung der Institution eines Dorfkümmerers.

Klemisch, Herbert / Heins, Bernd (2015): Wer kümmert sich um die Dörfer? – Blaupausen für den Strukutrwandel im ländlichen Raum. In: AKP 6/2015.