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Publikationen

Perspektiven für Energiegenossenschaften 2.0

Mehr als die Hälfte der in den letzten fünf Jahren gegründeten Genossenschaften sind Betreiber von Photovoltaikanlagen, Nahwärmenetzen oder Bioenergiedörfern. In seinem Aufsatz beschreibt Herbert Klemisch, Genossenschaftsexperte des WILA Bonn, welche Rolle Energiegenossenschaften in der Energiewende vor Ort spielen und wie Energiegenossenschaften 2.0 aussehen könnten.

Klemisch, Herbert (2016): Nach der Euphorie ist vor der Energiegenossenschaft 2.0. In: AKP 3/2016.

Kommunen und Energiegenossenschaften

Kommunen und Bürgerenergiegenossenschaften verfolgen gemeinsame Ziele: Eine dezentrale Energieversorgung mit Erneuerbaren Energien, die mehr Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen bringt, lokal einen Beitrag zum Klimaschutz leistet und zudem die Wertschöpfung in der Region hält. Was liegt also näher, als die Kooperation von „Kommunalenergie“ und „Bürgerenergie“? Deshalb hat das Landesnetzwerk Bürgerenergiegenossenschaften Rheinland Pfalz e.V. (LaNEG) die Broschüre „Gemeinsam stärker - Wie Kommunen und Bürgerenergiegenossenschaften gut zusammenarbeiten“ veröffentlicht. „Ziel der Veröffentlichung war es, gute Argumente für eine verstärkte Kooperation zwischen Kommunen und Energiegenossenschaften deutlich zu machen“, sagt der Verfasser Dr. Herbert Klemisch, Projektleiter und Genossenschaftsexperte im Wissenschaftsladen Bonn.

Landesnetzwerk Bürgerenergiegenossenschaften Rheinland Pfalz e.V. (Hrsg.) (2016): Gemeinsam stärker - Wie Kommunen und Bürgerenergiegenossenschaften gut zusammenarbeiten.

Sharing Economy und Prosuming

Sharing Economy und Prosuming gelten als soziale Innovationen, die durch das Social Web und das mobile Internet geprägt wurden. Sie wecken Hoffnungen auf einen nachhaltigen, sozialen und partizipativen Konsum. Allerdings gibt es auch Zweifel: Neben den Vorteilen für Verbraucherinnen und Verbraucher werden auch die Kommerzialisierung und das Entstehen eines disruptiven Plattform-Kapitalismus beobachtet. Im aktuellen Band der Schriftenreihe "Beiträge zur Verbraucherforschung" nähern sich renommierte WissenschaftlerInnen der Sharing Economy aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Moritz Boddeberg und Herbert Klemisch gehen in diesem Zusammenhang der Frage nach, wie genossenschaftliche Prosumermodelle zur Umsetzung der Energiewende beitragen können.

Klemisch, Herbert / Boddenberg, Moritz (2016): Genossenschaftliche Prosumermodelle. Potenziale für eine verbraucherfreundliche Gestaltung der Energiewende. In: Christian Bala / Wolfgang Schuldzinski (Hrsg.): Prosuming und Sharing - neuer sozialer Konsum. Beiträge zur Verbraucherforschung, Band 4, S. 163-172.

Genossenschaftsmodelle und Dorfkümmerer – Lösungsansätze für den ländlichen Raum

Der ländliche Raum steht angesichts der demographischen Entwicklung vor großen Herausforderungen. Der Bevölkerungsrückgang führt in vielen Gebieten zu Engpässen in der Nahversorgung mit Gütern des täglichen Bedarfs, der ärztlichen und pflegerischen Versorgung und erfordert von den Menschen eine immer größere Mobilität. Andererseits ist die Initiierung und die Gründung einer Genossenschaft oder eines Vereines mit weniger Problemen behaftet, wenn sich die Dorfbewohner untereinander kennen und schätzen. Die Gründung von Dorfläden, Seniorengenossenschaften sowie Gemeinschaftansätzen zur Verbesserung der Mobilität stellen Lösungsansätze dar. Allerdings brauchen solche Projekte sogenannte Change Agents. Hilfreich wäre in diesem Sinne die Wiederbelebung der Institution eines Dorfkümmerers.

Klemisch, Herbert / Heins, Bernd (2015): Wer kümmert sich um die Dörfer? – Blaupausen für den Strukutrwandel im ländlichen Raum. In: AKP 6/2015.

Energiegenossenschaften und Bürgerbeteiligung

In einem gemeinsamen Beitrag mit Burghard Flieger und Jörg Radtke aus dem Forschungsnetzwerk Energiegenossenschaften beleuchtet Herbert Klemisch die Frage, welche Möglichkeiten der Beteiligung die Genossenschaften bieten. Er kommt zu dem Ergebnis, dass diese weit über das gesetzlich üblich Maß hinaus gehen. Dies gilt sowohl für die finanziellen Beteiligungsmöglichkeiten als auch für die reale Nutzung der Beteiligungsangebote an der Entscheidungsfindung.

Flieger, Burghard / Klemisch, Herbert / Radke, Jörg (2015): Bürgerbeteiligung in und durch Energiegenossenschaften. In: eNewsletter Netzwerk Bürgerbeteiligung vom 08.10.2015.

Produktivgenossennschaften und selbstverwaltete Unternehmen

Der von Herbert Klemisch (Wissenschaftsladen Bonn) mit Walter Vogt (IG Metall) und Richard Reichel (Forschungsinstitut für Genossenschaftswesen Nürnberg) verfasste Beitrag beschäftigt sich mit der Rolle von Produktivgenossenschaften bei Unternehmenskrisen und Unternehmensnachfolgen. Der Artikel gibt zunächst einen Überblick über theoretische und empirische Literatur und konfrontiert dies mit den bisherigen praktischen Erfahrungen in Deutschland. Auf dieser Basis wird herausgearbeitet, wann und wie Produktivgenossenschaften als selbstverwaltete Unternehmen einen Beitrag zur Stabilisierung kleiner und mittlerer Unternehmen und zum Erhalt von Arbeitsplätzen leisten können.

Klemisch, Herbert / Reichel, Richard / Vogt, Walter / Voigt, Kai-Ingo (2014): Produktivgenossenschaften und selbstverwaltete Unternehmen – eine Alternative bei Unternehmenskrisen und Unternehmensnachfolgen.In: ZfgG Sonderheft 2014, S. 1 – 20.

Energiegenossenschaft und Rekommunalisierung

Eine partizipativ orientierte Energiewende ist eng verknüpft mit der Rekommunalisierung der Energieversorgung. Vielerorts sind engagierte Bürgerinnen und Bürger darum bemüht, die Stromversorgung in ihren Kommunen wieder in die eigene Hand zu nehmen und setzen sich damit für Rekommunalisierung ein. In diesem Zusammenhang kommt es zu Kooperationen zwischen Kommunen und Energiegenossenschaften, die sich bei der Umsetzung gegenseitig unterstützen können. Eine Publikation des WILA Bonn zeigt auf, wie diese Zusammenarbeit funktionieren und Synergien freisetzen kann.

Klemisch, Herbert / Boddenberg, Moritz (2013): Energiegenossenschaften und die Rekommunalisierung als Elemente Energiewirtschaftlicher Umbaumodelle. In: Dokumentationsband zur internationalen genossenschaftswissenschaftlichen Tagung.