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New Work- und Digitalisierungsberaterin Saskia Eversloh

Saskia Eversloh ist als Organisationsberaterin, Fach- und Führungskräfte-Trainerin, Rednerin und Moderatorin zu den Themen New Work, agile Organisation und Umgang/Netiquette tätig. Als Kommunikationsexpertin begleitet sie den digitalen Wandel beratend und operativ, als Journalistin und Autorin schreibt sie für die Wirtschaftswoche und den Beck-Verlag. Im Blog erzählt sie, warum Authenzität für sie in der heutigen Arbeitswelt besonders wichtig ist.

Gerade erscheint Ihr Buch, in dem Sie darstellen, wie man Social Media strategisch für die Selbstdarstellung nutzen kann – und was man besser lassen sollte. Wie kamen Sie dazu?

Eigentlich war das Buch gar nicht geplant. Begonnen hat alles mit einem Impro-Theater-Workshop zu Stimme, Körpersprache und Schlagfertigkeit, den meine Co-Autorin und internationale Etikette-Trainerin lieber „Charisma-Training“ nennt. Dort haben wir uns vor zwei Jahren kennengelernt – und zu jener Zeit vor allem über das Siezen und Duzen und die sich wandelnden Umgangsformen im neuen Arbeitsleben unterhalten. Daraus ist dann ein Interview, meine Kolumne in der Wirtschaftswoche und auch unsere Buchidee entstanden: „New Work: Knigge reloaded – Umgang und Netiquette in einer agilen Arbeitswelt“. Darin geht es sowohl um den Umgang im analogen Leben, den wir in Zeiten von New Work mit ständig wechselnden Position, Rollen und Beschäftigungsformen immer wieder neu definieren müssen, als auch um die Verhaltensänderung aufgrund neuer, digitaler Tools, die auch eine neue Achtlosigkeit  mit sich bringen. Wer kennt nicht die grassierende Verschieberitis via WhatsApp oder permanent piepsende Smartwatchs während des Meetings.

Was möchten Sie in Ihren Seminaren, in denen es um die Darstellung des eigenen Standpunktes und den Umgang mit verschiedenen Medien geht, auf jeden Fall vermitteln?

Wichtig ist mir bei allem die Authentizität. Als Journalistin bin ich von je her der Wahrheit verpflichtet und auch der Recherche und Argumentation. Ich glaube, dass diese Werte auch in der Unternehmenskommunikation und bei der Präsentation der eigenen Position immer wichtiger werden. Wer glaubt schon noch Werbeversprechen oder Floskeln aus dem Vertrieb. Meine Erfahrung ist, dass sich ein echtes, glaubwürdiges Auftreten noch immer bewährt hat, egal in welchem Bereich. Deshalb halte ich in meinen Rede- und Kamera-Trainings auch nichts von eingeübten Gesten oder Phrasen. Dennoch können wir vieles tun, um uns optimal vorzubereiten. Dafür gibt es durchaus bewährte Techniken wie etwa den neu aufgelegten rhetorischen 5-Satz von Aristoteles für argumentative Reden oder das Entwickeln von Kernbotschaften und Kontern auf Fangfragen bei Medien-Interviews. Ebenso wichtig ist die Glaubhaftigkeit bei der Darstellung der eigenen Person im Netz – auch eReputation oder Online-Identität genannt – insbesondere in den oft semiprofessionell genutzten „sozialen“ Medien. Oft klaffen hier Selbstbild und Fremdwirkung drastisch auseinander. Ein einheitliches, einwandfreies Image wird aber immer wichtiger – zumal heute auch Personaler und Vorgesetzte googeln und wir viele Menschen zuerst im Netz „treffen“, bevor wir sie im echten Leben kennenlernen. Und digital wie analog gilt meist: Keine zweite Chance für den ersten Eindruck!

Das WILA-Bildungszentrum passt für mich als Ort für meine Seminare, weil ...

… es eben besonders authentisch ist. Hier arbeiten Menschen, denen es um die Sache geht und die mit Begeisterung bei der Arbeit sind. Begeisterung im Sinne von Berufung ist auch der Kern von New Work gemäß ihres Urvaters, Frithjof Bergmann.* Der rief vor 35 Jahren das erste New Work Center in der Autostadt Flint bei Detroit (Michigan/USA) ins Leben. Dort haben die von Automatisierung und Entlassung bedrohten General Motors-Arbeiter danach gesucht, was sie, viel zitiert „wirklich, wirklich wollen“. Einige wurden Gärtner, andere Yogalehrer und manche setzten sogar - wie Bergmann selbst - eine Weile auf Selbstversorgung. Nicht viel anders geht es uns ja heute in einer agilen, neuen Arbeitswelt, in der wir mittlerweile alle vier Jahre den Job wechseln. Ob nun freiwillig oder notgedrungen – wir müssen uns immer wieder neu erfinden. Was uns dabei motiviert und erfolgreich macht, ist die Begeisterung und der Glaube an uns selbst.

Über Saskia Eversloh

2020 01 Saskia Eversloh Ausbildung: Publizistin (M.A. Publizistik) und Wirtschaftswissenschaftlerin (MBA General Management & New Leadership)
Webseite: www.eversloh.com
Veröffentlichungen: „
New Work: Knigge reloaded – Umgang und Netiquette in einer agilen Arbeitswelt“ (Beck-Verlag)

 

Seminare zu Kommunikation und digitalem Auftreten im WILA Bildungszentrum

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Weitere Seminare im WILA Bildungszentrum im Bereich New Work

05.12. Unzufrieden mit dem Job? Wie man zur eigenen beruflichen Bestimmung kommt.

 

* In ihrer Wiwo-Kolumne „Happy Birthday New Work“ erklärt Saskia Eversloh, wie der Begriff geboren wurde – und warum der heutige Hype so gar nichts damit zu tun hat