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Unsere Themen

Publikationen

Unternehmensmitbestimmung in Genossenschaften

Seit dem Ausbruch der Wirtschafts- und Finanzkrise wird in den kritischen Sozialwissenschaften eine Debatte über Organisationen und Geschäftsmodelle jenseits der Shareholder-Value Philosophie geführt. Genossenschaften stehen dabei für ein mehr an Wirtschaftsdemokratie und stellen zumindest idealtypisch ein Gegenmodell zu kapitalistische organisierten Unternehmen dar. Zentral ist die Frage, wie es um Demokratie und Solidarität in Genossenschaften bestellt ist und welche Rolle die Mitbestimmung in einer Organisationsform spielt, der schon aufgrund ihrer genossenschaftlichen Prinzipien eine demokratische Ausrichtung zugesprochen wird.

Klemisch, Herbert /Boddenberg, Moritz: Unternehmensmitbestimmung in Genossenschaften. MB Study Nr 414 (2019).

Boddenberg, Moritz /Klemisch, Herbert (2018); Unternehmensmitbestimmung in Genossenschaften. Zwischen Postdemokratie und Solidarität, WSI-Mitteilungen 4/2018 S.288-298.

Unternehmensnachfolge durch Genossenschaften

Von 2018 bis 2022 steht nach Schätzungen des Instituts für Mittelstandsforschung (IFM) bei etwa 150.000 Unternehmen in Deutschland eine Unternehmensnachfolge an. Die Gestaltung der Übergänge hat also eine hohe Relevanz für den Arbeitsmarkt. Aber nur in der Hälfte der der Fälle wurde bisher eine familieninterne Lösung gefunden. Bei den restlichen Fällen sind alternative Wege gefragt. Eine bisher unterschätzte Möglichkeit ist die Beteiligung der Beschäftigten. Hier stellt die insolvenzsichere Form der Genossenschaft eine erfolgversprechende Lösung dar.

Herbert Klemisch, Unternehmensnachfolge durch Genossenschaften (2018) WISO Direkt 16/2018, Friedrich Ebert Stiftung.

Produktivgenossenschaften und selbstverwaltete Unternehmen

Der von Herbert Klemisch (Wissenschaftsladen Bonn) mit Walter Vogt (IG Metall) und Richard Reichel (Forschungsinstitut für Genossenschaftswesen Nürnberg) verfasste Beitrag beschäftigt sich mit der Rolle von Produktivgenossenschaften bei Unternehmenskrisen und Unternehmensnachfolgen. Der Artikel gibt zunächst einen Überblick über theoretische und empirische Literatur und konfrontiert dies mit den bisherigen praktischen Erfahrungen in Deutschland. Auf dieser Basis wird herausgearbeitet, wann und wie Produktivgenossenschaften als selbstverwaltete Unternehmen einen Beitrag zur Stabilisierung kleiner und mittlerer Unternehmen und zum Erhalt von Arbeitsplätzen leisten können.

Klemisch, Herbert / Reichel, Richard / Vogt, Walter / Voigt, Kai-Ingo (2014): Produktivgenossenschaften und selbstverwaltete Unternehmen – eine Alternative bei Unternehmenskrisen und Unternehmensnachfolgen.In: ZfgG Sonderheft 2014, S. 1 – 20.

Bürgerbeteiligung und Energiegenossenschaften

Die derzeitige Krise der Demokratie erfordert neue Formen gesellschaftlicher Beteiligung in unterschiedlichen sozialen Feldern. In ihrer dezentralen Ausrichtung bietet die Energiewende dazu eine besondere Chance. So sind explizit zivilgesellschaftliche Akteure dazu aufgerufen, sich an der Neugestaltung der Energieversorgung zu beteiligen. Gelingen kann dies etwa durch die Mitgliedschaft in Energiegenossenschaften, die in Deutschland in den letzten Jahren zahlreich entstanden sind. Mit Energiegenossenschaften ist die Hoffnung verbunden, das demokratische Bewusstsein ihrer Mitglieder zu stärken und neue Formen der Gemeinschaftsbildung zu erproben. Die genossenschaftlichen Prinzipien von Demokratie und Solidarität erscheinen dabei als Korrektiv zu Prozessen der Postdemokratiesierung, wie wir sie derzeit sowohl auf der Makro- als auch auf der Mesoebene kapitalistischer Gesellschaften beobachten können.

Bürgerbeteiligung in Zeiten der Postdemokratie – Das Beispiel der Energiegenossenschaften, Buchbeitrag Boddenberg, Moritz/ Klemisch, Herbert (2018) in: Radtke, Jörg /Kersting, Norbert (Hg.) Energiewende – Politikwissenschaftliche Perspektiven, Springer VS , S.269-288.

Perspektiven für Energiegenossenschaften 2.0

Mehr als die Hälfte der in den letzten fünf Jahren gegründeten Genossenschaften sind Betreiber von Photovoltaikanlagen, Nahwärmenetzen oder Bioenergiedörfern. In seinem Aufsatz beschreibt Herbert Klemisch, Genossenschaftsexperte des WILA Bonn, welche Rolle Energiegenossenschaften in der Energiewende vor Ort spielen und wie Energiegenossenschaften 2.0 aussehen könnten.

Klemisch, Herbert (2016): Nach der Euphorie ist vor der Energiegenossenschaft 2.0. In: AKP 3/2016.

Energiegenossenschaften und Bürgerbeteiligung

In einem gemeinsamen Beitrag mit Burghard Flieger und Jörg Radtke aus dem Forschungsnetzwerk Energiegenossenschaften beleuchtet Herbert Klemisch die Frage, welche Möglichkeiten der Beteiligung die Genossenschaften bieten. Er kommt zu dem Ergebnis, dass diese weit über das gesetzlich üblich Maß hinaus gehen. Dies gilt sowohl für die finanziellen Beteiligungsmöglichkeiten als auch für die reale Nutzung der Beteiligungsangebote an der Entscheidungsfindung.

Flieger, Burghard / Klemisch, Herbert / Radke, Jörg (2015): Bürgerbeteiligung in und durch Energiegenossenschaften. In: eNewsletter Netzwerk Bürgerbeteiligung vom 08.10.2015.

Kommunen und Energiegenossenschaften

Kommunen und Bürgerenergiegenossenschaften verfolgen gemeinsame Ziele: Eine dezentrale Energieversorgung mit Erneuerbaren Energien, die mehr Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen bringt, lokal einen Beitrag zum Klimaschutz leistet und zudem die Wertschöpfung in der Region hält. Was liegt also näher, als die Kooperation von „Kommunalenergie“ und „Bürgerenergie“? Deshalb hat das Landesnetzwerk Bürgerenergiegenossenschaften Rheinland Pfalz e.V. (LaNEG) die Broschüre „Gemeinsam stärker - Wie Kommunen und Bürgerenergiegenossenschaften gut zusammenarbeiten“ veröffentlicht. „Ziel der Veröffentlichung war es, gute Argumente für eine verstärkte Kooperation zwischen Kommunen und Energiegenossenschaften deutlich zu machen“, sagt der Verfasser Dr. Herbert Klemisch, Projektleiter und Genossenschaftsexperte im Wissenschaftsladen Bonn.

Landesnetzwerk Bürgerenergiegenossenschaften Rheinland Pfalz e.V. (Hrsg.) (2016): Gemeinsam stärker - Wie Kommunen und Bürgerenergiegenossenschaften gut zusammenarbeiten.

Sharing Economy und Prosuming

Sharing Economy und Prosuming gelten als soziale Innovationen, die durch das Social Web und das mobile Internet geprägt wurden. Sie wecken Hoffnungen auf einen nachhaltigen, sozialen und partizipativen Konsum. Allerdings gibt es auch Zweifel: Neben den Vorteilen für Verbraucherinnen und Verbraucher werden auch die Kommerzialisierung und das Entstehen eines disruptiven Plattform-Kapitalismus beobachtet. Im aktuellen Band der Schriftenreihe "Beiträge zur Verbraucherforschung" nähern sich renommierte WissenschaftlerInnen der Sharing Economy aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Moritz Boddeberg und Herbert Klemisch gehen in diesem Zusammenhang der Frage nach, wie genossenschaftliche Prosumermodelle zur Umsetzung der Energiewende beitragen können.

Klemisch, Herbert / Boddenberg, Moritz (2016): Genossenschaftliche Prosumermodelle. Potenziale für eine verbraucherfreundliche Gestaltung der Energiewende. In: Christian Bala / Wolfgang Schuldzinski (Hrsg.): Prosuming und Sharing - neuer sozialer Konsum. Beiträge zur Verbraucherforschung, Band 4, S. 163-172.

Klimaschutz im ländlichen Raum

Zwei Drittel der Fläche der Bundesrepublik Deutschland sind ländlicher Raum, aber nur ein Drittel der Bevölkerung lebt hier. Es gibt mehr Wiesen, Felder und Wälder als Wohnhäuser, Büros und Fabriken. In den Landkreisen und Gemeinden wird durch Bodenschutz und Flächenmanagement mit Fläche Klimapolitik gemacht. Der vermeintliche Bedarf an Verkehrs- und Siedlungsflächen steht dem Schutz von naturnahen und traditionell genutzten Flächen der Land- und Holzwirtschaft gegenüber. Der Beitrag gibt BürgerInnen und PolitikerInnen im ländlichen Raum Anregungen.

Klemisch, Herbert (2018): Mit viel Fläche Politik machen - Klimaschutz und Klima-Anpassung im ländlichen Raum 2018 in: Decken/ Herrmann (Hg.); Kommunale Klima Politik S.88-98.Klemisch, Herbert (2018): Mit viel Fläche Politik machen - Klimaschutz und Klima-Anpassung im ländlichen Raum 2018 in: Decken/ Herrmann (Hg.); Kommunale Klima Politik S.88-98.

Genossenschaftsmodelle und Dorfkümmerer – Lösungsansätze für den ländlichen Raum

Der ländliche Raum steht angesichts der demographischen Entwicklung vor großen Herausforderungen. Der Bevölkerungsrückgang führt in vielen Gebieten zu Engpässen in der Nahversorgung mit Gütern des täglichen Bedarfs, der ärztlichen und pflegerischen Versorgung und erfordert von den Menschen eine immer größere Mobilität. Andererseits ist die Initiierung und die Gründung einer Genossenschaft oder eines Vereines mit weniger Problemen behaftet, wenn sich die Dorfbewohner untereinander kennen und schätzen. Die Gründung von Dorfläden, Seniorengenossenschaften sowie Gemeinschaftansätzen zur Verbesserung der Mobilität stellen Lösungsansätze dar. Allerdings brauchen solche Projekte sogenannte Change Agents. Hilfreich wäre in diesem Sinne die Wiederbelebung der Institution eines Dorfkümmerers.

Klemisch, Herbert / Heins, Bernd (2015): Wer kümmert sich um die Dörfer? – Blaupausen für den Strukutrwandel im ländlichen Raum. In: AKP 6/2015.

Veranstaltungen

Aktuelle Termine

Praxisworkshop am 7. November in Bonn, Thema: „Mieterstrom und Quartierversorgungsmodelle genossenschaftlich organisieren!“. Durchgeführt im Rahmen des Projektes „Bürgerenergiegenossenschaft als Promotoren der Energiewende“.

 Vergangene Termine

Transfer-Workshop "Unternehmensmitbestimmung in Genossenschaften: Zwischen Postdemokratie und Solidarität"

Donnerstag, 1. März 2018, 11.00 – 16.30 Uhr
Universität Erlangen-Nürnberg, Lange Gasse 20, Nürnberg

In Zeiten von Shareholder-Value-Maximierung und übertriebener Renditeorientierung geraten Genossenschaften als alternative Unternehmensformen wieder stärker ins Blickfeld. So verfolgen Genossenschaften im Kern einen wirtschaftsdemokratischen Ansatz, der darin besteht, wirtschaftliche Entscheidungsprozesse unter maßgeblicher Beteiligung der Mitglieder demokratisch zu gestalten.

Der Workshop präsentierte Ergebnisse einer explorativen Studie, die Herbert Klemisch und Moritz Boddenberg vom WILA Bonn für die Hans Böckler Stiftung durchgeführt haben. Ziel der Studie war es, das Verhältnis von Unternehmensmitbestimmung, genossenschaftlicher Demokratie und Solidarität zu bestimmen und der Frage nachzugehen, was Genossenschaften anders machen. Das Sampling umfasste sechs von neun Genossenschaften, die unter das Mitbestimmungsgesetz von 1976 fallen.

Die Umsetzung der Prinzipien von Demokratie und Solidarität steht im Moment vor der Herausforderung, den zentralen Interessenkonflikt zwischen Mitgliedern und Beschäftigten auszubalancieren. Hierzu wurrde im Rahmen des Workshops auch das Konzept der Belegschaftsgenossenschaft sowie eine Studie zu den Partizipationsmöglichkeiten in Genossenschaften vorgestellt und diskutiert.

Bericht von der Tagung "Unternehmensmitbestimmung in Genossenschaften"

Tagungsprogramm

Fachforum "Mitarbeiterkapitalbeteiligung in Unternehmen – auf dem Weg zu einer Gesellschaft von Teilhabern?"

Dienstag, 20.06.2017, ab 11 Uhr
Berlin, Neue Mälzerei, Friedenstr. 91

Die Beteiligung der Beschäftigten am Unternehmenskapital fristet heute ein Schattendasein in der politischen Diskussion. Dies obwohl besonders in Fällen der Unternehmensnachfolge Arbeitsplätze und Karrieren auf dem Spiel stehen. Diese Situation ist besonders häufig in klein- und mittelständischen Unternehmen, also im Handwerk und bei Familienunternehmen anzutreffen. Formen der Mitarbeiterbeteiligung wie Genossenschaften können das Know-how in den Unternehmen erhalten und damit helfen, Arbeitsplätze zu sichern. Dr. Herbert Klemisch vom Wissenschaftsladen Bonn hält hierzu auf dem Fachforum das Einstiegreferat mit dem Titel "Relevanz, Potenziale und Probleme der Unternehmensnachfolge in Familienunternehmen, Handwerk und KMU". Die Tagung wird gemeinsam durchgeführt mit der Friedrich-Ebert-Stiftung, der Hans-Böckler-Stiftung und dem Bundesverein zur Förderung des Genossenschaftsgedankens e.V.

Forumsbeitrag von Dr. Herbert Klemisch (WILA Bonn)

Vorträge des Fachforums Mitarbeiterkapitalbeteiligung (Menüpunkt "Arbeitskreis Mittelstand")

Symposium "Partizipation in Genossenschaften"

Freitag, 28.04.2017
TU Chemnitz, Altes Heizhaus

Selbstverständnis – Zwang – Fassade: Was bedeuten Demokratie, Partizipation und Mitbestimmung in Genossenschaften heute? Wie wird die Partizipation von Mitgliedern und Mitarbeitern gelebt und gestaltet? Das sind die Fragen, denen die Teilnehmenden auf dem von Hans Böckler-Stiftung und TU Chemnitz nachgehen. Über "(Post)Demokratie und Unternehmensbmitbestimmung in Genossenschaften" referiert Dr. Herbert Klemisch vom Wissenschaftsladen Bonn.

Tagungsprogramm des Symposiums Partizipation in Genossenschaften

Internationale Genossenschaftstagung

Mittwoch bis Freitag, 14.09 bis 16.09.2016
Luzern (Schweiz)

Gleich mit drei Vorträgen ist der Wissenschaftsladen (WILA) Bonn bei der 18. Internationalen Genossenschaftstagung vertreten. Dr. Herbert Klemisch und Moritz Boddenberg präsentieren bei der Tagung Forschungsergebnisse zu den Themen „Unternehmensmitbestimmung in Genossenschaften“ und „Das Identitätsprinzip als Charakteristikum von Energiegenossenschaften als Prosumentenorganisation“. Zudem hält Dr. Herbert Klemisch gemeinsam mit Walter Vogt (IG Metall) einen Vortrag zum Thema „Beschäftigungssicherung durch Produktivgenossenschaften“. Die genannten Vorträge finden alle am zweiten Tag der Tagung statt.

Programm Internationale Genossenschaftstagung

Energiegenossenschaften als Vorreiter der Prosumer-Idee
Diskussion Plenum

77 Teilnehmende diskutierten vom 3. bis 5. Juli 2015 in der Evangelischen Akademie Loccum intensiv über die Umsetzung der Prosumenten-Idee in und mit Bürgerenergiegenossenschaften. Vorgestellt wurden zukunftsweisende Ansätze aus der Praxis und ihre konzeptionelle und typologische Einordnung. Besonderen Raum in der Diskussion nahmen die politischen, finanziellen und rechtlichen Rahmenbedingungen zur Ermöglichung des Prosumeransatzes ein sowie praxisrelevante Schritte, wie sich durch Vernetzung, Kooperation, Qualifizierung und den Aufbau von Unterstützungsstrukturen das energiegenossenschaftliche Prosumer-Modell verbreiten lässt.

Dr. Herbert Klemisch vom Wissenschaftsladen Bonn (WILA Bonn), einem Mitveranstalter der Tagung, referierte zum Thema „Vernetzungsstrukturen von Energiegenossenschaften“ und gab einen ersten Input, wie die lokale Energiewende durch überregionale Kooperation stabilisiert werden kann.

„Bürgerenergie und ihre genossenschaftliche Umsetzung hat ihre Stärke im Bereich der dezentralen regionalen Entwicklung. Dies kann z. B. in der Form der Vernetzung mit einem regionalen Wirtschaftscluster geschehen. Hier sind enge Kooperationen mit Kreis- und Kommunalverwaltungen sowie örtlichen Wohnungsgesellschaften und Stadtwerken erforderlich. Nützlich sei es, Fördermittel für Projekte und für die Region zu erschließen. Hierzu kann die Vernetzung mit Hochschulen in der Region oder mit dem Forschungsnetzwerk Energiegenossenschaften nützlich sein“, so Herbert Klemisch in seinem Beitrag.

Dabei sieht er sich im Konsens mit vielen Praktikern aus den Bürgerenergiegenossenschaften. Dies kommt in einem für die aktuelle Entwicklung typischen Statement von Ramon Kempt, Vorstand der Kölner Energiegewinner eG zum Ausdruck: „Unsere Genossenschaft - die Energiegewinner eG - gibt es nun schon seit fast 5 Jahren. In dieser Zeit haben wir uns zwar gut entwickelt, aber kein einziges Mal mit einer anderen Genossenschaft wirklich kooperiert oder gar gemeinsame Projekte realisiert. Das wollen wir JETZT ändern. Alle aktuellen Entwicklungen haben nämlich Eines gemeinsam: Die größeren Akteure werden begünstigt und die kleinen (wir) werden zu Zuschauern der Energiewende, es sei denn, die "Kleinen" treten gemeinsam auf und machen sich groß“ (Mail vom 30.05.2015 an das Promotorennetzwerk Energiegenossenschaften).

Programm der Tagung Energiegenossenschaften

Tagungsbeitrag von Dr. Herbert Klemisch (WILA Bonn)

Weitere Tagungsbeiträge, u. a. von Ramon Kempt

Produktivgenossenschaften und Unternehmensnachfolge
Genossenschaften Expertengespräch

Der WILA Bonn war Mitveranstalter eines Expertengesprächs zum Thema „Produktivgenossenschaften und Unternehmensnachfolge“, das im März 2015 stattgefunden hat. In Deutschland bisher häufig vernachlässigt, bietet die Unternehmensform der Produktivgenossenschaft sowohl bei der Unternehmensnachfolge als auch im Fall der Insolvenz gute Chancen, ein Unternehmen mit den Kompetenzen der Beschäftigten weiterzuführen.

Von Unternehmensnachfolge sind jedes Jahr etwa 70.000 Unternehmen in Deutschland betroffen. Zunehmende Beachtung bei der Nachfolgeproblematik findet der Unternehmensverkauf an die Beschäftigten. Hinzu kommen jedes Jahr über 25.000 Insolvenzen. Auch hier spielen Belegschaftsinitiativen zur Übernahme des Unternehmens durch die Beschäftigten eine Rolle. Dieser Zusammenhang wurde von Experten aus Wissenschaft und Praxis diskutiert. Neben dem WILA Bonn wurde das Expertengespräch vom Bayern Forum der Friedrich-Ebert-Stiftung, dem Bundesvorstand der IG Metall und dem Forschungsinstitut für Genossenschaftswesen an der Universität Erlangen-Nürnberg organisiert.

Summary der Tagung

Vorträge der Tagung

Klemisch, Herbert / Reichel, Richard / Vogt, Walter / Voigt, Kai-Ingo (2014): Produktivgenossenschaften und selbstverwaltete Unternehmen – eine Alternative bei Unternehmenskrisen und Unternehmensnachfolgen.In: ZfgG Sonderheft 2014, S. 1 – 20.

Ansprechpartner

Dr. Herbert Klemisch
Tel: (0228) 201 61-19
Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

Vernetzung

Gerade die Vernetzung zum Thema Bürgerenergie ist für eine erfolgreiche Energiewende wichtig. Der WILA Bonn befasst sich damit, das Thema Energiegenossenschaften unter dem Aspekt der Bürger-/ Verbraucherbeteiligung und der Vernetzung der Akteure voranzutreiben. Dies gilt für Praxis und Forschung. Deshalb ist der WILA Bonn - vertreten durch Dr. Herbert Klemisch - Mitglied im Netzwerk „Energiewende jetzt!“ und im „Forschungsnetzwerk Energiegenossenschaften“.

"Energiewende jetzt!"

Das Netzwerk „Energiewende jetzt!“ hat sich 2015 gegründet, um den bisherigen Qualifizierungs- und Vernetzungsaktivitäten des Projektes „Energiewende jetzt!“ und den ausgebildeten Projektentwicklerinnen für Energiegenossenschaften einen organisatorischen Rahmen zu geben. Dr. Herbert Klemisch ist Mitglied im Beirat des Netzwerks Energiewende jetzt“.

Zur Website des Netzwerks     

"Forschungsnetzwerk Energiegenossenschaften"

Das "Forschungsnetzwerk Energiegenossenschaften" ist ein Netzwerk von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die sich aus unterschiedlichen Fachrichtungen und Perspektiven mit dem Thema Energiegenossenschaften und ihrem Beitrag zur Energiewende befassen. Dr. Herbert Klemisch ist Mitglied im Forschungsnetzwerk Energiegenossenschaften.

Zur Website des Forschungsnetzwerks

"Plattform Bürgerenergie und Energiegenossenschaften"

Der WILA Bonn ist aktiv handelnder Teil von Vernetzungsaktivitäten zum Thema Bürgerenergie bundesweit und in NRW. Die Gründung von 100 Klimagenossenschaften ist genauso wie die Gründung eines Landesnetzwerks Bürgerenergie NRW erklärtes Ziel des Klimaschutzmaßnahmenprogramms in NRW. Der WILA Bonn ist an der Umsetzung dieser Aktivitäten beteiligt, die ihren Auftakt in einem Initiativ-Workshop gefunden hat.

Im Januar 2016 wurde die Plattform Bürgerenergie und Energiegenossenschaften gegründet, deren Aktivitäten von der Energieagentur NRW koordiniert werden.

Zur Webseite der "Plattform Bürgerenergie und Energiegenossenschaften"

Kontakt

Dr. Herbert Klemisch
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
(0228) 20161-19

Projekte

 Genossenschaften Postkarte

Im Rahmen mehrerer Projekte erforscht der Wissenschaftsladen Bonn (WILA Bonn), wie bzw. ob das Modell der Genossenschaften geeignet ist, gesellschaftliche Veränderungen anzustoßen und gleichzeitig wirtschaftlich tragfähig zu sein.

Projekt „Unternehmensmitbestimmung in Genossenschaften“

Genossenschaften gelten als wirtschaftsdemokratische Unternehmensform. Lediglich neun Genossenschaften haben aber mehr als 2.000 Beschäftigte und fallen daher unter das Mitbestimmungsgesetz (MB 76). Diese Unternehmen verfügen über einen paritätisch besetzten Aufsichtsrat. Wie in diesen Unternehmen Mitbestimmung gelebt wird, wie nachhaltig sie wirtschaften und ob hier eine „Genossenschaftlichkeit“ des Wirtschaftens vorliegt, untersucht der WILA Bonn in einer aktuellen Studie für die Hans Böckler Stiftung.

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Projekt „Energiegenossenschaften als Prosumer-Organisation“

In Deutschland existieren mittlerweile 1.000 Energiegenossenschaften, von denen die meisten in den letzten Jahren entstanden sind. Sie leisten einen wichtigen Beitrag zu einer neuen Energiepolitik, in dem sie den Bürger/innen die Möglichkeit bieten sich politisch, wirtschaftlich und in kleinen dezentralen Strukturen an der Umsetzung der Energiewende zu beteiligen. Energiegenossenschaften haben ihren Schwerpunkt in ländlichen Regionen und verfolgen unterschiedliche Geschäfts- und Förderzwecke.
Im Geschäftsfeld der Erneuerbaren Energien reicht das Spektrum von der Erzeugergenossenschaft, die lediglich eigenen (meist PV-) Strom produziert und einspeist, bis hin zur Erzeuger-Verbraucher-Genossenschaft, die die gesamte Wertschöpfungskette von Erzeugung, Handel, Transport bis zum Konsum abdeckt. Mittlerweile wird auch der Bereich der Energieeffizienz durch Contracting- Genossenschaften abgedeckt.

Der WILA Bonn treibt das Thema Energiegenossenschaften unter dem Aspekt der Bürger- Verbraucherbeteiligung und der Vernetzung der Akteure voran. Eine aktuelle, in diesem Projektzusammenhang entstandene, Publikation des WILA Bonn zeigt auf, wie eine Energiewende mit Beteiligung der Bürger/innen als Prosumenten gelingen kann. Mit Prosumenten ist das Zusammenfallen der Rollen des Produzenten und des Konsumenten gemeint. Denn in Energiegenossenschaften wird der Strom nicht nur mittels Photovoltaikanlangen erzeugt. Ziel einer dezentral orientierten Energieversorgung ist auch, dass der Strom möglichst vor Ort genutzt wird.

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Alternative Unternehmensform: Potenziale von Genossenschaften

Genossenschaften verbinden den Anspruch einer auch wirtschaftlich aktiven Bürgergesellschaft mit dem Ziel der Nachhaltigkeit. Ihr Ziel und genossenschaftlicher Förderzweck ist die Befriedigung gemeinsamer wirtschaftlicher, sozialer oder kultureller Bedürfnisse. Ein wesentliches Charakteristikum ist, dass die Mitglieder, d. h. Bürgerinnen und Bürger, über den Kurs mitbestimmen. In Deutschland existieren knapp 8.000 Genossenschaften mit rund 22 Mio. Mitgliedern. Zwischen 2007 und 2015 gab es fast 2000 Neugründungen, davon sind die Hälfte Energiegenossenschaften. Ihre grundlegenden Werte sind Selbsthilfe, Solidarität, Selbstverantwortung und Selbstverwaltung. Damit unterscheiden sie sich in ihrer Art zu wirtschaften von renditeorientierten Unternehmen.

Genossenschaften Felder

Projekte im Bereich Genossenschaften

Bürgerenergiegenossenschaften als Promotoren der Energiewende

Der Wissenschaftsladen (WILA) Bonn will mit diesem Projekt, das vom Umweltbundesamt gefördert wird, die Professionalisierung und Vernetzung von Bürgerenergiegenossenschaften fördern. Dies geschieht durch die Erarbeitung tragfähiger Geschäftsmodelle und die Entwicklung von Ansprachekonzepten. Qualifizierungen zu Mieterstrom, Kalter Nahwärme und Energieeffizienz sowie die Erstellung von Informationsmaterialien zu diesen Themen runden das Projekt ab.

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Prosuming, Genossenschaften und der Wandel der Verbraucherrollen

Ob Co-working, Carsharing oder Solidarische Landwirtschaft: Menschen teilen in der heutigen Zeit Arbeitsplätze, Autos oder Lebensmittel. Damit verschwimmt aber die Grenze zwischen Verbraucher/innen auf der einen und Produzent/innen auf der anderen Seite, denn Menschen sind häufig beides zugleich (auch „Prosuming“ genannt aus „Produzieren“ und „Konsumieren“). In einer aktuellen Untersuchung geht der WILA Bonn der Frage nach, welchen Beitrag Genossenschaften zu rechtlich verbindlichen Regelungen und damit zu mehr Verbraucherschutz leisten können.

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Unternehmensmitbestimmung in Genossenschaften

Genossenschaften gelten als wirtschaftsdemokratische Unternehmensform. Lediglich neun Genossenschaften haben aber mehr als 2.000 Beschäftigte und fallen daher unter das Mitbestimmungsgesetz (MB 76). Diese Unternehmen verfügen über einen paritätisch besetzten Aufsichtsrat. Wie in diesen Unternehmen Mitbestimmung gelebt wird, wie nachhaltig sie wirtschaften und ob hier eine „Genossenschaftlichkeit“ des Wirtschaftens vorliegt, hat der WILA Bonn in einer aktuellen Studie für die Hans Böckler Stiftung untersucht. Die Ergebnisse sind gerade erschienen und in Form einer Presseerklärung, der Studie und eines Video-Beitrags im Mitbestimmungsportal der Hans Böckler Stiftung abrufbar.

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Energiegenossenschaften als Prosumer-Organisation

In Deutschland existieren mittlerweile 1.000 Energiegenossenschaften, von denen die meisten in den letzten Jahren entstanden sind. Sie leisten einen wichtigen Beitrag zu einer neuen Energiepolitik, in dem sie den Bürger/innen die Möglichkeit bieten sich politisch, wirtschaftlich und in kleinen dezentralen Strukturen an der Umsetzung der Energiewende zu beteiligen. Energiegenossenschaften haben ihren Schwerpunkt in ländlichen Regionen und verfolgen unterschiedliche Geschäfts- und Förderzwecke.
Im Geschäftsfeld der Erneuerbaren Energien reicht das Spektrum von der Erzeugergenossenschaft, die lediglich eigenen (meist PV-) Strom produziert und einspeist, bis hin zur Erzeuger-Verbraucher-Genossenschaft, die die gesamte Wertschöpfungskette von Erzeugung, Handel, Transport bis zum Konsum abdeckt. Mittlerweile wird auch der Bereich der Energieeffizienz durch Contracting- Genossenschaften abgedeckt.

Der WILA Bonn treibt das Thema Energiegenossenschaften unter dem Aspekt der Bürger- Verbraucherbeteiligung und der Vernetzung der Akteure voran. Eine aktuelle, in diesem Projektzusammenhang entstandene, Publikation des WILA Bonn zeigt auf, wie eine Energiewende mit Beteiligung der Bürger/innen als Prosumenten gelingen kann. Mit Prosumenten ist das Zusammenfallen der Rollen des Produzenten und des Konsumenten gemeint. Denn in Energiegenossenschaften wird der Strom nicht nur mittels Photovoltaikanlangen erzeugt. Ziel einer dezentral orientierten Energieversorgung ist auch, dass der Strom möglichst vor Ort genutzt wird.

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Ansprechpartner

Dr. Herbert Klemisch
(0228) 201 61-19
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